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Gestalten mit Pflanzen - Pflanzengestalten

von Andreas Sommerhalder

Ich kenne mich nicht aus mit Ikebana, der japanischen Kunstform der Floristik. Aber bevor man da mit dem Blumenschmuck beginnen kann, braucht es vermutlich zunächst mal einen Raum, auf den man Bezug nehmen kann. Dann braucht es ein thematisch abgestimmtes Gefäss, welches dann floristisch bespielt werden kann. So gesehen könnten die Pflanzen als sekundäres Gestaltungsmittel bezeichnet werden.
Bei uns in den Gärten ist das genau so. Und das ist wunderbar. Weil das bedeutet, dass wir als Gärtner auf beliebige Rahmenbedingungen eingehen können. Einen düsteren Hintergrund könnten wir mit silbrigem Laub vorbepflanzen, harte, architektonische Linien, können wir mit entsprechend geradlinig ausgerichteten Trieben unterstreichen oder aber mit dynamisch im Wind wogenden Gräsern aufweichen. Ein undifferenziertes Durcheinander von Liebhaberpflänzchen liesse sich durch klare, kubische Pflanzenformen strukturieren. Farbliche Unruhen und optische Störungen, die von den Aussenräumen einwirken, können durch rhythmisch angeordnete Gehölzgruppen besänftigt werden. Wir können spielen mit Schatten, mit Monotonie, mit Überraschungen aus der unendlichen Formenvielfalt der Pflanzenbibliothek und mit unserem eigenen Mut, neue Wege zu gehen in der Pflanzenverwendung. 

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