von Andreas Sommerhalder
Die Bedeutung der Gräser für die Ernährung der Erdbevölkerung ist von enormer Tragweite. Mais, Hafer, Weizen, Hirse, Roggen und Reis zählen alle zu dieser grossen Familie. In der Gartengestaltung werden Gräser, mit Ausnahme des Bambus vielerorts noch zögerlich verwendet.
Mit ihrem Erscheinungsbild übernehmen die horstbildenden Gräser in der Pflanzenverwendung eine wichtige Rolle.
Von den Standortbedingungen her, sind die Gräser in der Lage, alle gärtnerischen Lebensbereiche abzudecken. Also vom Gehölzrand und den Freiflächen über den Steingarten und das Beet bis ins Wasser.
Durch ihr filigranes Laub sind die Gräser hervorragende Kontrastpflanzen zu breit- oder anderslaubigen Stauden und zwar während einer wesentlichen Zeitspanne über den Blütenzeitpunkt hinweg.
Es hat sich auch gezeigt, dass Gräser durch ihre Struktur mithelfen, eine Pflanzung gestalterisch zusammenzuhalten.
Ein wichtiger Punkt der Gräserverwendung ist bei vielen Arten sicherlich auch das Abdecken des Spätsommer-, Herbst- und Winteraspektes.
Gräser zeigen durch ihre Bewegungen den Wind im Garten und verhelfen einer Bepflanzung zu einem dynamischen Erscheinungsbild.
Nicht zu verachten ist das Spiel, auf welches sich die Gräser mit Licht und Schatten einlassen.
Neben ästhetischen Gesichtspunkten sprechen ausgezeichnete praktische Gründe für die Verwendung von Ziergräsern in den verschiedensten Pflanzflächen:
- Spät austreibende Gräser sind ideale Lückenfüller, wenn Frühlingszwiebeln sowie manche früh blühende Stauden in der ersten Sommerhälfte einziehen.
- Kräftige Grashalme ersetzen den Stützstab, schwächlichere Beetgenossen können sich anlehnen und dazwischenwachsen – ein ebenso verführerisches wie arbeitssparendes Prinzip.
- Niedrige bis mittelhohe Gräser verdecken perfekt die kahlen Füsse höherer Stauden, die im Laufe der Saison ihre untersten Blätter verlieren.
In jedem Fall verspricht die Verwendung von Ziergräsern eine grosse Bereicherung in der vielgestaltigen und spannenden Pflanzenverwendung.