von Andreas Sommerhalder
Nein, nicht nur Grufties ziehen Gurken und schnippeln an den Rosen rum. Auch aufgeschlossene und moderne Menschen entdecken die Leidenschaft am Schaffen mit lebendigen Pflanzen und am Kontakt mit der Erde. Aber was ist denn so hipp im Garten? Es liegt daran, dass alles was wir im Garten unternehmen der Zeit und der damit verbundenen Dynamik unterworfen ist. Wir bepflanzen eine Staudenrabatte und können deren Entwicklung begleiten. Wir erhalten auf unsere Eingriffe direkte Rückmeldungen aus einem lebendigen Prozess. Mal sträubt sich der Garten, wenn wir eingreifen, am nächsten Tag läuft alles glatt und wir fühlen uns in unserem Tun bestätigt. Wir lernen zuzuhören und zu beobachten. Ist uns der Garten vertrauter, erscheint er mal wie ein schlafendes Kind in der Morgendämmerung oder in Aufruhr während eines heftigen Sommergewitters. Vielleicht ertappen wir uns eines schönen Tages von „ihm“ wie von einer Person zu sprechen und es beginnt eine Freundschaft. Für Menschen, die sich schwer tun mit Veränderung und Vergänglichkeit kann ein Garten zur großen Herausforderung werden. Wer sich auf den Garten einlässt, wird persönliches Wachstum erfahren. Er steckt immer wieder voller Geheimnisse und ungeahnter Schönheiten. Der Garten vermag uns zu verblüffen, gelegentlich zu verärgern und immer wieder zu erfreuen, zu berühren und zu trösten. Es ist nicht nur so, dass der Garten lebt. Er inspiriert uns auch dazu, unsere eigene Lebendigkeit bewusst wahrzunehmen!