Mi, 19. Okt 2011
14:00
von Andreas Sommerhalder
Ein ökologischer Grund im Gartenherbst nicht dem Arbeitswahn zu verfallen besteht darin, dass die abgestorbenen Stauden- und Gräserhalme wichtige Überwinterungsquartiere für Insektenlarven darstellen, die einen wesentlichen Beitrag zur Gartengesundheit leisten.
Der ästhetische Aspekt des Nichtstuns erwächst im Garten aus den poetischen Bildern, die aus abgestorbenen Frucht- und Blütenständen entstehen und den traumhaften Schleiern von Raureif, die sich über diese winterlichen Pflanzenstrukturen legen.
Der gärtnerische Beweggrund den Staudengarten im Herbst in Ruhe zu lassen, liegt in den Polstern welche aus abgestorbenen Trieben und altem Laub bestehen und damit die überwinternden Pflanzenteile im Boden isolieren und vor Tiefsttemperaturen schützen.
Wo immer es also das gartenkosmetische Schönheitsempfinden zulässt, werden die Staudenbepflanzungen erst im Vorfrühling vor dem Austrieb zurück geschnitten.
Und einen Tipp für diejenigen, die es doch nicht lassen können, Hand anzulegen: Platzieren Sie einen schönen, bequemen Sitzstein mitten in Ihre Rabatte, damit Sie Ihre Stauden aus nächster Nähe und in aller Ruhe bewundern und beschnuppern können.
Ich wünsche bereichernde Momente der Tatenlosigkeit.